Allergien bei Säuglingen – kein Grund zur Panik!
Neurodermitis, Heuschnupfen, allergisches Asthma – viele Eltern sorgen sich um die Gesundheit ihrer Kinder. Aus diesem Grunde putzen sie ständig die Wohnung, baden den Nachwuchs jeden Tag oder verbieten das Spielen in unsauberen Ecken völlig. Die Folge: Die Kinder wachsen überbehütet auf. Dabei besagt eine vielbeachtete Theorie genau das Gegenteil. Ausgerechnet das moderne Leben soll für die Zunahme an Allergien verantwortlich sein. Kinder, die auf dem Lande aufwachsen und schon in den ersten Lebensjahren mit Tieren und Stallmist in Kontakt kamen, leiden seltener an allergischen Erkrankungen. Ihr Immunsystem hat gelernt, mit den natürlichen Stoffen umzugehen.
Wie kann ich mein Kind schützen?
Allergien lassen sich nicht verhindern. Die Neigung dazu wird vererbt. Stillen ist jedoch die erste und wichtigste Möglichkeit, das Baby vor Allergien zu schützen. Dazu sollte in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich Muttermilch gefüttert werden. Mit der Einführung der Beikost sollte Schritt für Schritt begonnen werden. Am besten nur ein neues Lebensmittel pro Woche einführen. Somit kann schnell ein etwaiger Allergieauslöser ausfindig gemacht werden. Ein frisch zubereiteter Brei aus Mohrrüben und Kartoffeln eignet sich sehr gut zum Start in die Beikost.
Kuhmilch, glutenhaltige Speisen, Nüsse, Fleisch, Fisch und Eier sollten im ersten Lebensjahr überhaupt nicht auf dem Speiseplan des Babys stehen. Diese Lebensmittel gehören zu den größten Allergieauslösern bei Kindern.
Beim Kochen sollten generell frische und naturbelassene Lebensmittel gewählt werden. Auf Fertigkost sollte verzichtet werden. Sie enthält unliebsame Zusatz- und Konservierungsstoffe, die den kleinen Körper unnötig belasten.
Keine Angst vor Allergien
Sollte sich doch eine Allergie gezeigt haben, muss das Baby zum Arzt. Der Facharzt wird die Diagnose stellen und weitere Schritte mit den Eltern besprechen. Im Vordergrund steht die Meidung des Allergens. Bei Nahrungsmitteln ist dies noch relativ leicht möglich. Schwieriger wird dies bei einer Pollenallergie. Die ist im Babyalter jedoch noch selten. Eine gute Nachricht: Allergien bei Babys verschwinden oft mit zunehmendem Alter.
Die relativ häufige Laktoseintoleranz bei Babys darf nicht mit einer Milcheiweißallergie verwechselt werden. Bei der Laktoseintoleranz fehlen dem Körper milchzuckerspaltende Enzyme. Durchfall und Blähungen sind die Folgen. Dagegen ist die Milcheiweißallergie eine ernstzunehmende Allergie. Zwei bis sieben Prozent der Säuglinge sind von ihr betroffen. Der größte Fehler mancher Eltern ist, aus Angst vorschnell ein Lebensmittel vom Speiseplan des Babys zu streichen. Mangelernährung oder Vitaminmangel könnten die Folgen sein. Alle Schritte müssen zuerst mit dem Kinderarzt bzw. Allergologen abgestimmt werden.