Urvertrauen fördern
Wenn wir von Urvertrauen sprechen, meinen wir damit das grundsätzliche Vertrauen in andere Menschen. Es prägt den Charakter maßgeblich und zwar bis in das Erwachsenenalter! Was Eltern tun können, damit ihr Baby Urvertrauen entwickeln können?
Besitzt man ein starkes Urvertrauen, so sind die besten Voraussetzungen für die Entwicklung einer starken, stabilen und selbstbewussten Persönlichkeit gegeben. Man vertraut in sich selbst und seine Fähigkeiten sowie auch in andere Personen und sogar grundsätzlich in das Leben. Es fällt leichter, Bindungen zu anderen Personen einzugehen, was sowohl für partnerschaftliche als auch für freundschaftliche Beziehungen gilt. All dies wünscht sich natürlich jeder für seinen kleinen Schatz.
Was kann man also tun, damit euer Baby Urvertrauen entwickelt?
Urvertrauen: Grundstein wird bei der Geburt gelegt
Prinzipiell entsteht Urvertrauen durch eine sichere, liebevolle Verbindung zu den Eltern. Der Grundstein wird dabei schon recht früh gelegt: Bei der Geburt werden im Gehirn Bindungs- und Liebeshormone (Oxytocin) freigesetzt, welche der Mutter dabei helfen, das Baby sofort zu lieben. Weiterhin werden Endorphine ausgeschüttet, die typischerweise für einen beinah rauschhaften Zustand sorgen. Wird das Baby dann in die Arme der Mutter gelegt, empfindet diese eine tiefe Liebe. Nun kommt noch einmal Oxytocin ins Spiel, nämlich dann, wenn das Baby an der Brust der Mutter saugt. Hier findet das sogenannte “Bonding” statt, also der Aufbau einer Bindung zwischen Mutter und Kind und somit auch von Urvertrauen. Einige von euch mussten jedoch vielleicht auch am eigenen Leib erfahren, dass nicht jede Geburt so problemlos verläuft. Treten Komplikationen auf, so kann es sein, dass das Bonding verhindert wird. Das ist zum Beispiel bei einem Notkaiserschnitt der Fall. Doch auch wenn dem Bonding eine hohe Bedeutung beigemessen wird, müssen sich Eltern hier noch keine Sorgen machen. Die Eltern können nämlich auch in den nächsten Tagen und Wochen eine enge Bindung zu ihrem Baby Liebling aufbauen.
Urvertrauen: Liebe und Wärme entscheidend für den Aufbau
Damit trotz fehlenden Bondings Urvertrauen aufgebaut werden kann, ist vor allem eines wichtig: Schenkt eurem Baby so viel Liebe und Wärme wie möglich! Lasst euch komplett auf den neuen Erdenbürger ein und versteht seine Bedürfnisse. So könnt ihr eurem Baby vermitteln, dass Mama und Papa immer da sind, wenn es euch braucht. Was auch besonders wichtig ist: Sorgt für ein möglichst ruhiges Umfeld, denn Stress tut den kleinen Wichteln gar nicht gut. Die kleine Tochter einer Kollegin von mir konnte nur einschlafen, wenn sie ihre Hand hielt ? ohne Mama war an Schlaf nicht zu denken. Das zerrt natürlich an den Nerven der Eltern, die dadurch so gar keine Ruhe mehr bekamen. Die beiden haben sich dann aufgeteilt, sodass mal Mama und auch mal Papa für die Maus da waren. Es hat eine ganze Weile gedauert, doch inzwischen schläft die Kleine viel ruhiger. Das Grundrezept für den Aufbau von Urvertrauen lautet also: Liebe, Zuneigung und viel Geduld! Bitte macht euch keine Sorgen, wenn nicht alles so klappen sollte, wie ihr es euch wünscht. Bei manchen Babys gelingt der Aufbau von Urvertrauen recht schnell, andere hingegen haben damit Probleme. Seid geduldig und aufmerksam. Erste Erfolge zeigen sich schnell, wenn euer Kleiner oder eure Kleine fröhlich auf die erste Krabbelgruppe zugeht zum Beispiel!
Was habt ihr für Erfahrungen in Richtung Urvertrauen gemacht? Wir freuen uns auf Kommentare! Bild: © Hemera/Thinkstock


Mathilda